Was tun, wenn es nicht mehr kracht?

Das Unwetter ist vorbei und ich komme langsam heraus ins Freie. Die Regenwolken haben sich verzogen. Sieht alles wieder blendend aus an den Märkten. Bis auf die unterschwellige Angst, dass es morgen doch gleich wieder krachen könnte, aber damit muss man leben. Der Himmel steht immer kurz davor einem auf den Kopf zu fallen, wenn man den Pessimisten glauben schenken mag.

Was für mich funktioniert hat: stures Buy & Hold und dem emotionalen Fallout gezielt aus dem Weg zu gehen. Eine kleine Dosis Resignation gestreckt mit etwas Fatalismus ist in machen Lagen gar nicht mal so schlecht. Denn man kommt dabei nicht auf dumme Gedanken doch noch aktionistisch werden zu wollen. Jetzt steht mein Portfolio wieder ungefähr da, wo es im September stand.

Was nicht funktioniert hat: den Einbruch als gute Gelegenheit zum billigen Einkaufen zu nutzen. Hätte man an Heiligabend genau zum Tiefpunkt des Marktes nur zugegriffen! Nur sah es damals so aus, dass es noch tiefer hätte gehen können. Und vor allem: ich hatte zu der Zeit kein Cash.

Es ist die übliche Illusion im Nachhinein, wenn man auf den Kursverlauf rückwirkend gucken kann. Aus der damaligen Perspektive sah die Lage nämlich ganz anders aus.

Jetzt ist wieder frisches Geld da. Sicher: Der beste Zeitpunkt frisches Geld in den Markt zu bringen wäre Ende Dezember letzten Jahres gewesen. Nur bringt mich diese Erkenntnisse in keinerlei Weise weiter. Der zweitbeste Zeitpunkt ist genau heute.

Ich habe erstmal alles in einen iShares ETF gesteckt, der den NASDAQ-100 abbildet. Im Endeffekt glaube ich nach wie vor daran: Big US-Tech ist eating the world.

Und wie üblich gilt: Investieren ist eine langfristige Angelegenheit. Dran bleiben.

2 Kommentare zu „Was tun, wenn es nicht mehr kracht?

  1. „Big US-Tech ist eating the world“ – das mag gut sein, aber wenn ich mir die FANG Kurse anschaue, ist das alles schon eingepreist, und man geht davon aus, dass die Welt quasi schon verspeist ist. Ich bin ein großer Amazon-Fan und glaube, dass die jetzt gerade erst anfangen, richtig Geld zu verdienen. Aber die Marktkapitalisierung geht genau davon schon lange aus, da fehlt mir irgendwie die Fantasie, wie die Aktie noch positiv überraschen soll.

    Andererseits: ich hatte vor vielen Jahren, nach dem Dot.Com Bust, Amazon schon beim Kurs von 70 Euro auf meiner Watchlist. Gekauft habe ich leider nicht, weil ich zu skeptisch war…

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    1. Moinsen Herr Teilzeit und danke für den Einwurf. Ich selbst halte ebenso nicht viel von der Wette auf FAANG. So wie Apple aktuell herumstolpert bin ich mir nicht sicher, ob es die Firma in 5 oder 10 Jahren noch geben wird. Und dann ist es schnell Schluß mit den hohen Gewinnen und „musst du unbeding im Depot haben“. Genauso wenig bin ich aber vom Gegenteil überzeugt. Noch weniger weiß ich, welche Themen und Firmen in den nächsten 10 oder 20 Jahren dominieren werden. Aus schmerzhafter Erfahrung kann ich sagen: Wearables sind es ziemlich wahrscheinlich nicht. Und so wie ich oft voll daneben gelegen habe: ich weiß es schlicht nicht. Keine Ahnung, ob Slack das nächste dicke IPO wird oder eben nicht.

      Was ich aber glaube ist, dass die auch weiterhin dominanten Firmen a) im weitesten Sinne unter „Tech“ fallen, b) sich in den USA befinden werden oder und c) im NASDAQ Index unter den Top 100 auftauchen werden. So viel Wette bin ich bereit einzugehen.

      Und zum Thema „hätte man doch“: Ich hielt MongoDB letztes Jahr bei $80 für überbewertet. Denkste. Und das wär ein weiteres Beispiel, dass die Welt noch nicht aufgegessen ist. Sondern der Kuchen immer größer wird. Sonst würden die Aktienmärkte langfristig auch nicht wachsen, wenn´s ein Nullsummenspiel wäre. 🙂

      Weiterhin: frohes Investieren!

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