Ein Blick ins Depot im Januar

Alles neu macht der… Januar. Ich bin seit Anfang des Jahres Mitglied in einer geschlossenen Aktiencommunity und damit geht mein Weg vom Noob zum Pro weiter. Oh weia, liebe ETF Community, ich oute mich langsam als aktiver Investor! Sorry! Aber da es beim Investieren nicht ums recht Haben geht, sondern um $$$ ist es mir auch herzhaft egal, mir selbst zu widersprechen. Soviel Kontradiktion halte ich locker aus!

Ich werfe nach wie vor einen Teil meines Geldes in den Klingelbeutel der ETF für den Fall, dass Malkiel mit Random Walk recht behält. Und um den Index nicht komplett zu underperformen, sollten mich meine Einzelaktien im Stich lassen.

Aber einen Teil meines Geldes lege ich aktiv an. Nachdem ich mich jetzt etliche Jahre intensiv mit der Materie beschäftigt habe, seit 2008 Aktien besitze, viele Bücher zum Anlegen gelesen habe, und ungefähr weiß, auf was ich mich einlasse, wage ich mich tiefer in den Dschungel.

Konkret heisst das, dass ich begonnen habe technische Analyse zu lernen. Ich hatte mich vor ein paar Jahren schon mit Candlesticks beschäftigt, jetzt eben das volle Programm. Aber Illusionen mache ich mir keine: bevor ich auf dieser Basis echtes Geld riskiere, werden noch einige Monate vergehen. Bisher bin ich mit fundamental ausgerichtetem und mittelfristigem Buy & Hold ganz gut gefahren. Jetzt arbeite ich erstmal weiter an meinem Prozess: wie kommen Aktien auf meine Watchlist, wie bewerte ich Aktien, wann steige ich ein.

Jetzt aber zu den konkreten Veränderungen im Januar:

Verkäufe

BMW
Nicht die offene Flanke gegenüber Strafzöllen in den USA, die es geben oder nicht geben wird, war hier ausschlaggebender Grund für den Verkauf. Eher die Größe der Position. Ich habe die Position nicht komplett aufgelöst, sondern meine Position halbiert. Und Gewinne mitgenommen, da ich direkt nach dem Brexit für 69 Eur zugeschlagen hatte. Jetzt für 89 Eur verkauft – Bada Bing!

Deka Euro Stoxx
Kein Index, den ich haben muss, wie ich auf diesem Blog mehrfach erwähnte. Nach 3 Jahren im Minus drehte er nun endlich ins Plus und an der Stelle heisst es: tschüss! Außer Dividenden und 8% nichts gewesen. Da ich Cash gegenüber diesem ETF bevorzuge und eher aktiv investiere, nun der Verkauf.

Kauf

Hugo Boss
Die Aktie tauchte auf den Minuslisten 2016 im MDAX auf. Sie wird als „Mean Reversion“ Kandidat gehandelt. Also eine an sich solide Firma, die ein schlechtes Jahr hatte. Bei den Bloggerkollegen von Finanzrocker – Hugo Boss sowie Jasper Quast – Hugo Boss auf.
Die Aussicht auf eine fette Dividende (siehe finanzen.net zu den Ausschüttungen ist nicht verkehrt. Ausschlaggebend ist aber die Wette darauf, dass der Kurs wieder in Richtung der 100 Eur zurückpendelt.
Positionsgröße ist 2% meines Portfolios, Anlagezeitraum ist geplant für 6 – 24 Monate.

Halten

Eigentlich alle Aktien, ich gehe hier nur ein auf
BASF. Der Elefant im Raum. Ich halte immer noch eine große Position und aus Sicht der Asset Allocation ist das eigentlich ungünstig. Ungünstig ist aber auch eine Aktie zu verkaufen, die sehr viel besser als der Index abschneidet. Nachdem ich nämlich circa 20.000 Euro in den Sand gesetzt habe durch zu frühen Verkauf im Oktober 2016, unternehme ich hier gar nichts. Denn in der Zwischenzeit habe ich gelernt: Preistrends laufen nicht nur über Monate sondern viele Jahre. Und die Aktie ist in einem 10jährigen Aufwärtskanal. Auch wegen des Abgeltungssteuervorteils da Altbestandsregelung lohnt sich Halten, zumal ich einen weiteren Preisanstieg in den nächsten Monaten für wahrscheinlicher als das Sinken des Preises halte.

Skyworks Solutions
Ich habe hier die Dürrephase des iPhone-Absturzes im September 2015 einfach ausgesessen. Eben nichts mit der Börsenweisheit „Verluste realisieren“, sondern einfach Halten. Gekauft hatte ich 2 Mal Anfang 2015 In der Annahme, dass die Firma gut aufgestellt ist. Aber das hieß eben auch dann auf bis zu Minus 25% gegenüber dem Einstiegswert zu stehen. Aktuell ist die Aktie dagegen Gewinner im S&P 500. Die Abhängigkeit von Apple wurde weiter reduziert (fool.com) und der Kurs schoß darauf hin am Tag nach dem Q1 Earnings Call um 13,01% nach oben (Source: bloomberg). Ein Halbleiterhersteller in der Welt von Donald Trump in den USA? Mit einem „Total Debt“ von 0 in der Bilanz? Ich bleibe selbstverständlich long und das auf unbestimmte Zeit.

Das abschließende Wort zur Marktlage

Aktien, besonders US, steigen gerade von teuer zu sehr teuer. In Aktien aus den USA möchte ich langfristig investiert sein, würde derzeit aber nichts neu dazu kaufen. Als Indikator für die Hochbewertung dient die Shiller-Cape im weltweiten Vergleich, etwa bei Starcapital. Der Markt ist zwar vermutlich noch in keiner Manie, aber dennoch viel zu teuer um bei Neuanlage Gewinne zu erzielen. Und derzeit gibt es wenig, was ich kaufen würde. Meine Cash-Position stocke ich jetzt auf, um bei einer etwaigen Korrektur kaufen zu können. Was der a href=“http://www.fuw.ch/article/im-maerz-erreicht-der-sp-500-sein-hoechst/“>Goldman Sachs Banker Davin Kostin in der FUW erzählt, hört sich plausibel an (was nicht heißt, dass es so eintreten muss): In den ersten 100 Tagen Trump zeigt sich, was er liefert und der Markt wird die Informationen entsprechend einpreisen. Moderater Optimismus ist bis dahin angebracht. Und vermutlich wird die Realität spätestens dann die Trump-Rally zurechtstutzen. Und neue Themen aufkommen, die derzeit niemand kennt. Für mich heisst das: long bleiben und auf Gelegenheiten warten meine Cash-Quote zu erhöhen.

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2 Kommentare zu „Ein Blick ins Depot im Januar

  1. Schöner Beitrag! Die Verkäufe waren bitter nötig 😀 BASF halten ist auch selten eine schlechte Entscheidung, mache ich auch.
    Leider ist mein Cashanteil inzwischen bei >30% und es juckt mir langsam in den Fingern. Es gibt ein paar fair bzw. sogar leicht günstig bewertete Kandidaten wie die VF Corporation, aber eben keine Schnäppchen.

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